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Titus
Am
Sonntagmorgen, einen Tag nach dem errechneten Termin,
knackte es um 6.53h in meinem Unterleib, als ich dabei
war mich im Bett nochmal umzudrehen. Ein Schwall
Fruchtwasser lief aus mir raus und ich bekam einen großen
Schreck, da ich gerade in diesem Moment nicht darauf
vorbereitet war. Als ich auf der Toilette saß und immer
mehr Fruchtwasser aus mir heraus lief, fing ich erst an
zu realisieren, dass es jetzt bald endlich losgehen würde.
Mein Freund war auch etwas überrumpelt mit der
Situation und wischte erst mal den Fußboden.
Ich
legte mich mit einem Handtuch zwischen den Beinen aufs
Sofa und wartete. Denn die nächste Befürchtung war,
dass nun die Wehen auf sich warten lassen würden; mir
geisterten natürlich die ganzen schlimmen Geschichten
bezüglich Blasensprung im Kopf herum. Es stellte sich
aber schnell heraus, dass meine Angst unnötig war, denn
ich spürte schnell ein Ziehen im Unterleib, das um ca.
8 Uhr alle 7 Minuten einsetzte.
Da
Sonntag war, beschlossen wir unsere Hebamme noch etwas
schlafen zu lassen und sagten ihr um 9 Uhr Bescheid,
dass die Blase gesprungen war.
Die
Wehen wurden immer stärker und ich dachte teilweise, es
würde mich zerreißen. An spazieren gehen oder
Kartenspielen war nicht zu denken, die Wehen kamen zu
schnell aufeinander. Um 13 Uhr bin ich in die Badewanne
gegangen, dort hielt ich es aber nicht lange aus, da ich
die Position auf dem Rücken als sehr unangenehm
empfand. Ich lag lieber auf der Seite im Bett und brüllte
bei jeder Wehe wie ein Tier. Mein Freund stand mit
unserer Hebamme im telefonischen Kontakt; wir sollten
uns nochmal melden, wenn die Wehen ca. alle 5 Min. kämen
und über 60 Sek. anhielten.
Ich
hatte kein Zeitgefühl mehr, ich wollte nur, dass alles
schnell vorbei geht. Und irgendwann (um 15.45 Uhr) saß
meine Hebamme am Bett, da dachte ich, es sei bald
geschafft. Sie sagte mir, ich hätte schon ziemlich
starke Wehen, das beruhigte mich; aber als sie mich
untersuchte war der Muttermund erst 4cm geöffnet. Da
war ich schon etwas enttäuscht. Ich legte mich nochmal
in die Wanne und sollte mich im Liegen entspannen, was
kaum zu schaffen war, denn die Wehen waren stark und
kamen schnell aufeinander. Ich hielt es nicht lange im
Wasser aus und wechselte aufs Bett, wo ich mich im Vierfüsslerstand
für einige Wehen auf meinen Freund lehnte.
Bei
der nächsten Untersuchung fehlte nur noch ein kleines
Stück vom Muttermund, damit das Köpfchen durch passte,
das ließ mich hoffen. Im Grunde wollte ich aber die
ganze Zeit nur schlafen oder essen oder wissen, wann es
denn endlich vorbei wäre.
Irgendwann
hatte sich der Kopf durchs Becken geschoben, das hatte
ich gar nicht mitbekommen; jedenfalls meinte meine
Hebamme um 18 Uhr, ich solle mich mal auf den Gebärhocker
setzen, mein Freund saß hinter mir und stützte mich.
Die Presswehen empfand ich als sehr anstrengend, da sie
mich körperlich am meisten mitgenommen hatten, aber die
Schmerzen waren gut auszuhalten. Zwischendurch stand ich
mal auf und `schüttelte´ mein Becken, damit das Baby
besser und schneller den Weg nach unten finden würde.
Danach konnte man auch schon das Köpfchen fühlen, aber
ich wollte nicht fühlen, ich war fix und fertig und
wollte nur noch, dass alles zu Ende geht. Es ging dann
Gott sei Dank auch zu Ende. Aber als das Köpfchen kurz
vor dem Austreten war konnte ich die Schmerzen kaum
ausgehalten. Alles war zum Platzen gedehnt und die
letzte Wehe ließ auf sich warten. Natürlich hatte ich
auch Angst, dass alles aufreißt, aber raus musste er ja
eh.
Nach
45 Min. auf dem Gebärhocker (12 Std. nach dem
Blasensprung), um 18.45 Uhr, lag unser Sohn
endlich vor uns auf dem Boden, blau und alle Viere von
sich abspreizend. Ich konnte es kaum glauben, dass
dieses Wesen gerade aus mir heraus gekommen war und
betrachtete ihn wie gelähmt. Er fing an zu Schreien und
unsere Hebamme musste uns auffordern ihn anzufassen und
auf den Arm zu nehmen, um dann zurück aufs Bett zu
gehen. Ich war ziemlich mitgenommen und lag wie in
Trance mit dem Kleinen auf dem Bauch im Bett und
zitterte am ganzen Körper. Nachdem die Plazenta auch
geboren worden war und die Nabelschnur auspulsiert,
wurde abgenabelt und ich legte meinen Sohn das erste Mal
an. Das war schon toll! Unser Sohn wurde etwas später
von der Hebamme auf dem Wickeltisch untersucht und bekam
seine erste Windel an. Danach wurde er mir wieder
halbnackt auf den Bauch gelegt und ich konnte ihn weiter
in aller Ruhe betrachten. Ich wurde auch noch kurz
untersucht, aber es war soweit, Gott sei Dank, alles
heil geblieben.
Unter
die Dusche habe ich es leider nicht mehr geschafft, da
ich auf dem Flur kurz ohnmächtig wurde; mein Kreislauf
war ziemlich runter. Während unsere Hebamme in der Küche
den Papierkram erledigte, lagen wir drei zusammen im
Bett und waren ganz verzaubert, es war alles so
unglaublich ruhig und friedlich. Unsere Hebamme verließ
uns drei um 21.15 Uhr; ich konnte die gesamte Nacht
nicht schlafen und musste immer wieder dieses Wunder
betrachten, das da neben uns schlief.
Die
Geburt war ein einmaliges Erlebnis und ich bin
unglaublich froh, dass wir uns für eine Hausgeburt
entschlossen hatten, denn ich fühlte mich zuhause
sicherer und entspannter als im KH, nur dort hat man
diese einmalige Atmosphäre. Für meinen Freund war die
Geburt im Schlafzimmer natürlich auch etwas Großartiges,
denn er war Teil des Ganzen und hat mich sehr unterstützt.
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